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Die Buddha-Builderin

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Eine höchst unübliche bayerische Biografie: Angelika war in ihrer Jugend Bodybuilderin und schließlich sogar Deutsche Meisterin im Gewichtheben. Heute heißt die Münchnerin Bhikshuni Tenzin Wangmo und lebt als buddhistische Nonne in einem Ein-Zimmer-Appartement am Kieferngarten. Ein Portrait für die Süddeutsche Zeitung

13. Januar 2016

Es ist das schwerste Gewicht, das sie je heben wird. Schweiß rinnt ihr über die Stirn. Die buschigen Augenbrauen sind zusammengekniffen vor Anstrengung. 135 Kilogramm wuchtet Angelika im dritten Anlauf hoch. 135 Kilogramm, das ist beinahe das Doppelte ihres Körpergewichts. Das Publikum auf den Rängen johlt. Drei weiße Lämpchen über den Kopf von Angelika leuchten auf, die Wertungsrichter heben den Daumen nach oben. Deutsche Meisterin im Gewichtheben ist sie in diesem Moment geworden. Keine Frau im Land kann solche Lasten tragen. Es ist ihr größter Triumph, ihr größter sportlicher Erfolg. Und doch will die Frau, die damals noch Angelika heißt, nach diesem Tag nur noch Gewicht loswerden. Weniger heben, weniger haben. Zehn Jahre, nachdem sie als Bodybuilderin und Sportlerin die Ranglisten anführte, heißt die Münchnerin Bhikshuni Tenzin Wangmo. Sie ist nun tibetisch-buddhistische Nonne

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